Lesen als Empathie-Training

Strategische Empathie steht im Fokus meiner Lilit-Trainings. Doch wie lernt man Perspektivwechsel? Wissenschaftler der Ohio State University fanden heraus: Nichts ist dafür besser geeignet, als ein kleiner „Urlaub im Kopf“!

Ganz richtig: Die Wissenschaftler beschäftigten sich mit dem Zusammenhang von Empathie und Literatur. Sie bewiesen, dass das spontane Eintauchen in die Sicht eines Ich-Erzählers unser reales Verhalten verändern kann.

Teile des Experiments erfassten wie sehr Leser die Geschichte einer Figur miterlebten. Sie schlüpften in die Haut von jemandem, der mehrere Hürden überwinden muss, um es am Wahltag bis zum Wahllokal zu schaffen. Das verblüffende Ergebnis: Das empathische Mitfiebern führte bei den Probanden tatsächlich zu einer messbaren Effekt. Sie gingen mit höherer Wahrscheinlichkeit wenige Tage später selbst zur Wahl!

In anderen Beispielen bauten sich durch den intensiven Perspektivwechsel beim Lesen auch Stereotype über Menschen fremder Herkunft und Einstellungen ab. Ein ähnlicher Effekt, wie man ihn auch in interkulturellen Trainings erleben kann.

Ein rotes Buch in der Hand - so könnte der erste Schritt zum Perspektivwechsel durch Lesen aussehen.

Perspektivwechsel: Eintauchen in eine andere Welt

Geoff Kaufman, der Leiter der Studie, die im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht wurde, erklärt:

„Das Miterleben verändert uns, indem es uns erlaubt unser eigenes Leben mit dem der Charaktere, über die wir lesen verschmelzen zu lassen. Dies kann eine positive Wirkung haben.“

Doch Vorsicht: Dieser Effekt stellt sich nur ein, wenn wir als Leser wirklich im Text versinken. Das Lesen ist dann mehr als nur ein rationaler Versuch den anderen zu verstehen. Es ist ein wirkliches „Mit-Erleben“. Wir vergessen für einen kurzen Moment unsere eigene Identität, um ganz in der Geschichte aufzugehen. „You’ve replaced yourself with the other,” so Professorin Lisa Libby, Co-Autorin der Studie.

Jeder von uns kennt diese Momente, in denen wir uns ganz unbewusst in einer fremden Sicht der Welt wiederfinden. Sei es auf Marlows Weg in den Dschungel und die Abgründe der menschlichen Psyche in Joseph Conrads Heart of Darkness oder in der ungewohnten Sicht auf die indische Gesellschaft durch die Augen von Balram, einem armen Dorfbewohner der in Aravind Adiga’s White Tiger den sozialen Aufstieg wagt.

Wir erleben Welten, die uns sonst verschlossen bleiben würden und spüren Empathie in Reinform: Als starken Motor, der uns zu mehr Verstehen und besseren Entscheidungen führen kann. Das ist ein starkes Plädoyer für die Kraft der Empathie – und für mehr Lesespaß.

Worauf wartest du also noch? Dein Empathie-Training fängt heute Abend an: Mit einem guten Buch auf dem Schoss und einem warmen Becher Kakao in der Hand…

Lesen von Büchern hilft dir mit Perspektivwechsel deine strategische Empathie zu stärken.

Übrigens: Den Perspektivwechsel kann man auch gezielt beruflich nutzen. Entweder beim Thema interkulturelle Kompetenz oder für eine starke Kommunikation, die den anderen bewegt – denn auch gute Redner und Führungskräfte setzen auf Empathie. Nutze doch einfach meine Profi-Tipps zu Empathie und Storytelling auf Social Media: Schreib mir einfach eine Mail und ich schicke dir gerne kostenlos meinen Buch-Beitrag zu.

Nur auf der Durchreise? Dann klick dich durch unsere Beiträge zum Thema Storytelling! :)

1. Dann schau dir an, wie du Empathie zum Überzeugen einsetzen kannst
2. Und wie gut die Parten im Wahlkampf Storytelling auf Instagram eingesetzt haben

Viel Spaß beim Lesen und Geschichten erzählen!

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