Happy Independence Day – Auf Geschäftsreise nach Indien!

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Happy Independence Day – Auf Geschäftsreise nach Indien!

Auf Geschäftsreise nach Indien am Unabhängigkeitstag

“Independence Day” – da denkt man zunächst an die Stars and Stripes des amerikanischen Nationalfeiertags am 4. Juli. Weniger bekannt: am 15. August ist auch Independence Day – und zwar in Indien. Lilit gibt mit interkultureller Kompetenz Einblicke wie der Feiertag begangen wird und welche Bräuche man auf einer Geschäftsreise nach Indien beachten sollte. Denn heute jährt sich dort zum 70. Mal der Swatantrata Divas, der Tag der Unabhängigkeit Indiens von der britischen Kolonialherrschaft – und der Aufteilung in die Staaten Indien und Pakistan.

Spektakuläre Feierlichkeiten

Eine indische Besonderheit: Der Unabhängigkeitstag ist einer von drei Nationalfeiertagen Indiens. Die Hauptfeierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag finden in Neu-Delhi, der Hauptstadt der Bundesrepublik, statt. Dort hisst der Premierminister in einem feierlichen Zeremoniell die Nationalflagge und hält eine Ansprache, in der er auf das vergangene Jahr zurückblickt und einen Ausblick auf die Pläne für das kommende Jahr gibt. Außerdem gedenkt er den Führern des dank bekannter Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi größtenteils friedlichen Unabhängigkeitskampfes.

Zusätzlich zu den offiziellen Feierlichkeiten haben sich im Lauf der Jahre zahlreiche Bräuche und Traditionen entwickelt. So werden im ganzen Land Flaggen gehisst, öffentliche Kulturprogramme veranstaltet und Süßigkeiten verschenkt. Außerdem ist es üblich, sich telefonisch oder per Mail Feiertagsgrüße wie zum Beispiel ein kurzes “Happy Independence Day” zu übermitteln. Ein besonderes Highlight für Indien-Besucher ist das farbenprächtige Spektakel des Drachenfliegens von den Balkonen und Terrassen der Städte, bei dem sogar Wettkämpfe zwischen den Drachen ausgetragen werden.

 Von Bombay zu Mumbai

Seit Mitte der 1990er Jahre erlebt Indien einen verstärkten Patriotismus im ganzen Land. Ein offensichtlicher Aspekt, den man auf seiner Geschäftsreise nach Indien erleben kann ist die Umbenennung zahlreicher Städte seit den 1990er Jahren. Prominentes Beispiel: die Namensänderung der Metropole “Bombay” in “Mumbai”. Genauso wurde Bangalore zu Bengaluru, Kalkutta zu Kolkata und Madras zu Chennai.

Die neuen Bezeichnungen sollen die Unabhängigkeit Indiens vom kolonialen Erbe des “British Empire” unterstreichen: Der britische Name Bombay stammte dabei ursprünglich sogar vom portugiesischen „Bom Bahia“ (schöne Bucht). Die Wortneuschöpfung „Mumbai“ wurde dagegen von der indischen Göttin Mumbadevi abgeleitet und soll die lokale Identität betonen. Als Geschäftsreisender ist zu beachten: Zwar wird auf der Straße und im privaten Rahmen häufig weiterhin von “Bombay” gesprochen, doch in der Kommunikation mit offiziellen Stellen oder in schriftlicher Form ist es geboten, den offiziellen Namen “Mumbai” zu verwenden um nicht respektlos zu erscheinen.

Vielvölkerstaat Indien

Regiert wird Indien seit den Parlamentswahlen im Frühjahr 2014 durch eine Koalition konservativer Parteien unter der Führung der “Indische Volkspartei” (BJP). Neben einer reformorientierten Programmatik ist die BJP auch Vertreterin des sogenannten Hindutva. Dieses im Deutschen oft als Hindu-Nationalismus bezeichnete politische Konzept verfolgt das Ziel, der Religion und Kultur der größten Bevölkerungsgruppe und damit dem Hinduismus einen besonderen Stellenwert im Staat einzuräumen. Doch sorgt dies immer wieder für innenpolitische Spannungen im Vielvölkerstaat Indien:

Die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt birgt eine unheimliche Vielfalt an Sprachen, Religionen und Kulturen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung beherrscht dabei Englisch oder Hindi und fühlt sich dem Hinduismus zugehörig. Daneben gibt es jedoch auch eine relativ großen muslimischen Bevölkerungsanteil. Den rund 170 Millionen indischen Muslimen und anderen Minderheiten wird durch den Hindu-Nationalismus zwar nicht die vollwertige Bürgerschaft aberkannt, jedoch wird Unfrieden zwischen den Gruppierungen geschaffen: durch Intoleranz im Deckmantel eines zukunftsorientierten Patriotismus.

Gefahr durch Nationalismus?

Ausdruck der polarisierenden Wirkung der aktuellen Regierung Indiens ist unter anderem ein landesweites Gesetz vom November 2016, dass jeden Kinobetreiber verpflichtet, vor Beginn des Films die indische Flagge zu zeigen und die Nationalhymne zu spielen. Dabei müssen sich die Kinobesucher von ihren Sesseln erheben, um „das Gefühl eines jeden für einen engagierten Patriotismus und Nationalismus“ zu stärken, so ein Richter des Obersten Gerichts bei der Rechtssprechung. Bei Verweigerung dieses gebührenden Respekts drohen im Bollywood-verliebten Indien Verhaftung sowie eine Haftstrafe von bis zu 3 Jahren. Zu einem erschreckenden Auswuchs dieses zunehmenden Nationalismus kam es im Oktober 2016: Ein Rollstuhlfahrer wurde von Kinobesuchern angegriffen, weil er sich während Hymne nicht erhoben hatte.

Auf einer Geschäftsreise nach Indien sollte man sich trotzdem nicht wertend über den Hindu-Nationalismus äußern! Beachten Sie: Kritik an Indien und am indischen Nationalstolz wird als extrem verletzend und beleidigend wahrgenommen. Der indische Geschäftspartner muss auf jeden Fall sein Gesicht wahren und wird auf Distanz gehen. Stellt lieber interessierte, offene Fragen ohne Wertung: Warum wird die Hymne gespielt? Was denkt ihr Partner über das Zusammenleben der Kulturen in Indien? So kann jeder sein Gesicht wahren, ihr erfahren interessante Hintergründe aus erster Hand und am wichtigsten: Ihr stärkt eure Geschäftsverbindung. 

Unsere Lilit-Tipps für die nächste Geschäftsreise nach Indien:

  • “Happy Independence Day” und ähnliche Festtagsgrüße zeigen Interesse für die indische
    Kultur
  • Indischen Kollegen, Freunden oder Gästen kann man zum Unabhängigkeitstag mit Süßigkeiten in den Farben der indischen Flagge eine Freude machen.
  • Generell sollte man als Gast Respekt für die indische Unabhängigkeit und den indischen Nationalstolz zeigen. Daher achtet im geschäftlichen Rahmen und vor allem in der Korrespondenz mit Behörden darauf: Unbedingt die neuen Städtenamen verwenden!
  • Im privaten Rahmen und in informellen Gesprächen ist weiterhin der Gebrauch der alten Bezeichnungen der Städte verbreitet

Interkulturelle Kompetenz mit Lilit

Eine Geschäftsreise nach Indien bedarf gründlicher Vorbereitung, möchte man nicht in eines der zahlreichen kulturellen Fettnäpfchen treten. Das speziell zugeschnittene und praxisbezogene Lilit-Coaching Interkulturelle Kompetenz: Indien bereitet optimal auf eine Geschäftsreise nach Indien vor – nicht nur auf die Etikette vor Ort, sondern auch auf die Stolperfallen des täglichen Lebens als Geschäftsreisender. Holt euch noch heute ein individuelles Angebot – einfach eine Mail schreiben oder direkt anrufen!

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By |2018-02-15T00:20:35+00:00August 15th, 2017|Categories: Blog (Deutsch), Indien, Interkulturell|0 Comments

About the Author:

Marietta Gädeke M.A. ist Expertin für Kommunikation und Training. Sie studierte Anglistik, Publizistik und BWL an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz & Dijon, Frankreich. 2003 fand sie zu ihrer Leidenschaft, dem Debattieren. Zu ihren Erfolgen gehören der Sieg bei den Deutschen Debattiermeisterschaften und der zweimalige Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaften. Sie ist seit 2008 selbständig und hat sich mit ihrem Unternehmen Lilit auf strategische Empathie spezialisiert. Im Jahr 2015/16 wurde sie vom Bundeswirtschaftsministerium als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet.

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