Akzeptanz und Toleranz: Schwules und Lesbisches Leben in Mainz

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Akzeptanz und Toleranz: Schwules und Lesbisches Leben in Mainz

Akzeptanz und Toleranz: Warum wir noch nicht am Ziel sind

Mein journalistisches Herz schlägt höher, wenn ich über etwas Schreiben kann, das mich wirklich bewegt. Dazu gehört ganz klar auch das Thema Akzeptanz und Toleranz gegenüber der LSBTI-Community in Mainz. Für das Mainzer Magazin Sensor habe ich darum die Titelstory zum Thema „Schwules und Lesbisches Leben in Mainz“ geschrieben.

Eine Story mit starken Geburtswehen. Es war für mich kein Problem mit den Mainzer Schwulen und Lesben ins Gespräch zu kommen. Offenheit und Akzeptanz helfen da ungemein weiter. Doch es war ungleich schwerer Interviewpartner zu finden, die sich auch mit Klarnamen, d.h. ihrem echten Namen und Foto zeigen wollten. Gerade ältere Mitglieder der LSBTI-Community waren skeptisch. Bedenken gab es viele: Wie wohl die Arbeitskollegen reagieren würden? Ob es Probleme für die Kinder oder für den eigenen Partner / die Partnerin mit sich bringen könnte? Und ich kann es ihnen nicht übel nehmen. Die rein theoretisch erläuterten Vorurteile im Artikel konnte ich in der vergangenen Woche gleich zweimal live miterleben. Dazu gehörten am Montag haarsträubende Kommentare dazu wie „ekelig“ ein – sehr harmlos – küssendes schwules Paar wäre. Und ich bin über die Homepage des „Bundes Katholischer Ärzte“ gestolpert, die Homosexualität tatsächlich mit Homöopathie „heilen“ wollen… Schrecklich. Wer das mit eigenen Augen sehen möchte, der kann hier einen Blick auf die Seite werfen.

DJ Sven Heartcrash wirft gut gelaunt eine Vinyl-Platte durch den Raum.

DJ Sven Heartcrash. Copyright Katharina Dubno 2011

Spürt er Akzeptanz und Toleranz in Mainz? Auch Galerist Rolf Weber meldete sich zu Wort.

Der Mainzer Galerist Rolf Weber. Copyright Katharina Dubno 2011

Individuelles Leben statt Klischees

Darum ist es umso wichtiger Akzeptanz und Toleranz zu leben. Und zu zeigen, dass das schwule und lesbische Leben in Mainz mehr ist, als die typischen Klischees von ‚Partyschwulen‘ und ‚Müslilesben.‘ Es ist vielfältig, sehr persönlich und manchmal genauso provinziell und häuslich wie man es von der kleinen Stadt Mainz gewohnt ist. Ganz normales, individuelles Leben eben, das es – wie jeder andere Lebensstil – verdient akzeptiert zu werden.

In diesem Sinne: Lasst uns Akzeptanz und Toleranz leben!

Denn diese Werte brauchen wir jeden Tag. Nicht nur für unsere LSBTI-Communities, sondern auch im interkulturellen Miteinander und als starke Basis für unsere soziale Kompetenz. Wenn uns das gelingt, dann können wir auch unseren Alltag miteinander erfolgreich und glücklich gestalten.

Ich freue mich über Eure Kommentare und Emails!

PS: Die phantastischen Fotos stammen von Katharina Dubno. Nochmal vielen Dank für die erfolgreiche Zusammenarbeit!

By |2018-02-14T21:19:36+00:00Juni 3rd, 2011|Categories: Blog (Deutsch), Diversity, Medien|Tags: , , , |0 Comments

About the Author:

Marietta Gädeke M.A. ist Expertin für Kommunikation und Training. Sie studierte Anglistik, Publizistik und BWL an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz & Dijon, Frankreich. 2003 fand sie zu ihrer Leidenschaft, dem Debattieren. Zu ihren Erfolgen gehören der Sieg bei den Deutschen Debattiermeisterschaften und der zweimalige Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaften. Sie ist seit 2008 selbständig und hat sich mit ihrem Unternehmen Lilit auf strategische Empathie spezialisiert. Im Jahr 2015/16 wurde sie vom Bundeswirtschaftsministerium als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet.

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